Gerade in knappen Zeiten ist es besonders wichtig, dass die Solidarität der Menschen nicht verloren geht. Unter dem Stichwort „Eigenverantwortung“ werden wir aber mehr und mehr unserem eigenen Schicksal überlassen. Wir wollen, dass soziale Gerechtigkeit wieder ganz oben auf der politischen Tagesordnung steht. Durch unsere besondere Verbindung zu Dänemark kennen wir die skandinavische Politik besonders gut. Deshalb fordern wir...
Ein Recht auf ein Angebot für alle Arbeitslosen Im Moment ist dänische Arbeitsmarktpolitik ein beliebtes Vorbild in der deutschen Politik. Jede Partei pickt sich heraus, was ihr ins Konzept passt. So gut wie immer wird dabei aber verschwiegen, dass eine solche Politik auch ganz bestimmte Rahmenbedingungen erfordert. Durch unsere besondere Verbindung zu Dänemark und zur dänischen Politik verfolgen wir seit vielen Jahren das „Job-Wunder“ bei unseren Nachbarn. Deshalb wissen wir, was alles dazu gehört. Zu den Besonderheiten der dänischen Arbeitsmarktpolitik gehört, dass die Arbeitslosen ein Recht darauf haben, dass Ihnen weitergeholfen wird. Wir wollen eine solche aktive Arbeitsmarktpolitik: Jede und jeder Arbeitslose muss nach einem Jahr einen Anspruch auf ein Jobangebot, ein Weiterbildungsangebot, ein Qualifizierungsangebot oder ein Ausbildungsangebot haben – ein Angebot, das er oder sie dann auch annehmen muss. Der SSW lehnt „Hartz IV“ ab, weil diese konkrete Reform für den größten Teil der Arbeitslosen zu viele Nachteile und zu wenig Vorteile bringt. Wir fordern eine weiter reichende Reform des Sozialsystems nach skandinavischem Vorbild.
Die Einführung der neunjährigen ungeteilten Schule Zur sozialen Gerechtigkeit gehört auch ein vernünftiges Bildungswesen, das den Kindern gleiche Startchancen ins Leben bietet. Leider verstärkt das deutsche Schulwesen mit seiner frühen Sortierung nach der 4. Klasse die soziale Ungleichheit. Dies ist einer der Gründe, weshalb wir seit vielen Jahren für eine neunjährige Grundschule eintreten. Die Erfahrungen aus Skandinavien zeigen: Die neunjährige ungeteilte Schule ist pädagogisch besser, sozial gerechter und flexibler als das dreigegliederte Schulwesen. Durch eine vernünftige Differenzierung des Unterrichts erhalten begabte Kinder ebenso wie lernschwache Kinder eine gute Förderung. Die ungeteilte Schule kann außerdem dazu beitragen, kleine Schulen zu erhalten. Dadurch werden sie als kulturelle Zentren im ländlichen Raum gesichert und die kleinsten Schulkinder müssen nicht schon kilometerweit zur Schule fahren.
Gute Betreuungsplätze für alle 0- bis 6-Jährigen Von den skandinavischen Ländern können wir auch lernen, dass eine gut ausgebaute Kinderbetreuung die soziale Gerechtigkeit für die Familien fördert. Eine pädagogisch hochwertige Betreuung durch Kinderkrippen, ausgebildete Tagesmütter und Kindergärten fördert die Chancengleichheit der Kinder. Außerdem ist sie die Voraussetzung dafür, dass Eltern die Möglichkeit haben, berufstätig zu sein und die Familie gut zu versorgen. Deshalb treten wir dafür ein, dass alle null- bis dreijährigen Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz bekommen. Wir lehnen eine Verschlechterung der Standards in den bestehenden Kindertagesstätten ab. |
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